Galileo unterwegs

Die Verträge für die ersten 4 Satelliten des Galileo GPS System der ESA und Galileo Industries sind nun unterzeichnet, nachdem erfolgreichen Launch von Giove-A am 12. Januar. Bis 2008 sollen diese ersten 4 Testsatelliten entwickelt sein, in den folgenden 2 Jahren deren 26 weitere. Galileo steht in Konkurenz zum amerikanischen GPS und dem russischen GLONASS, die beide einer nationalen militärischen Kontrolle unterliegen, im Gegensatz zu Galileo. Die Schweiz trägt zu Galileo die Uhren bei, welche für eine exakte Positionsbestimmung unerlässlich sind. (siehe zweiter Link)
Ich bin neugierig, wie sich dieses Navigationssystem entwickeln wird, in Bezug auf Genauigkeit, auf den Markt und auf die angestrebte Unabhängigkeit.

ESA PR 04-2006. After the successful launch of the GIOVE-A satellite on 28 December 2005 and the acquisition of the first ‚Galileo‘ signal on 12 January 2006, Galileo is now well on its way with the signing of the contract for the development and in-orbit validation of the constellation’s first four satellites.

  • ESA: Contract for in-orbit validation of Galileo system 13.01.2006
  • Galileo: Europas Unabhängigkeit und Kooperation 23.12.2005
  • Galileo Industries
  • Galileo Satellitennavigation
  • WISE 2005 oder warum mein Blog ein wenig verwahrlost war

    WISE LogoIch liege für die ESA im „Medes, Institute for Space Medicine and Physiology“ in Toulouse, seit 56 Tagen in einem -6° geneigten Bett. Vier weitere werden noch folgen. Ich bin in dieser Zeit nicht einmal aufgesessen, geschweige den aufgestanden, weder um aufs WC zu gehen, noch um eine Dusche zu nehmen. Diese Studie ist der Grund dafür warum ich in den letzten Tagen so wenig Zeit fand um mich meinem Blog zu widmen, auch wenn man meinen könnte, wenn man den ganzen Tag im Bett liegt, hätte man unglaublich viel Zeit für alles.
    Die Studie „WISE Women for International Space Simulation for Exploration 2005“ ist die jüngste einer ganzen Reihe von Bedrest Studien um die Auswirkungen der Schwerelosigkeit auf den menschlichen Körper zu simulieren und die erste mit Frauen.

    „The study is used as a method of testing and developing countermeasures to the effects of weightlessness on female astronauts through the use of appropriate physical exercise and therapy, medication and nutrition. Developing more effective countermeasures is essential for the success of future long-duration human spaceflight missions to Mars.“ (Quelle: esa)

    Kurz zusammengefasst geht es in dieser Studie der ESA, NASA, CSA und CNES darum die Adaption des weiblichen Körpers an die Schwerelosigkeit zu erforschen. Continue reading „WISE 2005 oder warum mein Blog ein wenig verwahrlost war“

    Einsames Schwarzes Loch

    Quasar HE0450-2958Das Zusammenfügen von Resultaten des Hubble Space Teleskops und des ESO Very Large Telescope (VLT) in Cerro Paranal ergab, dass der Quasar HE0450-2958 keine zugehörige Galaxies zu besitzen scheint, den normalerweise werden Quasare mit Galaxien mit aktiven schwarzen Löchern in Zusammenhang gebracht.
    Das Beobachten der Heimatgalaxie eines Quasars ist eine Herausforderung für sich, da Quasare ihre Galaxien um ein vielfaches überstrahlt. Durch das Kombinieren der hochaufgelösten Bildern von Hubble und dem spektral hochaufgelösten Bildern des VLT Teleskops gelang es den Astronomen die Heimatgalaxien von 19 weiteren Quasaren über einen Referenzstern ‚herauszufiltern‘. Nur beim Quasar HE0450-2958 war keine Galaxie auszumachen. Das heisst, falls eine Heimatgalaxie existiert, ist diese sehr viel schwächer oder hat einen Durchmesser, der kleiner als 300 Lichtjahre ist. Somit wäre die Galaxie 20 bis 170 mal kleiner als eine typische Heimatgalaxie. In der ‚Nähe‘ dieses Quasars befindet sich jedoch ein 2500 Lichtjahre grossen Nebel, der diesen füttert.

    „The absence of a massive host galaxy, combined with the existence of the blob and the star-forming galaxy, lead us to believe that we have uncovered a really exotic quasar. There is little doubt that an increase in the formation of stars in the companion galaxy and the quasar itself have been ignited by a collision that must have taken place about 100 million years ago. What happened to the putative quasar host remains unknown.“ said Frédéric Courbin of the Ecole Polytechnique Federale de Lausanne, Switzerland.

  • Black hole without a home 15. September 2005
  • Heimatloses schwarzes Loch 17. September 2005
  • Wie Staub mögliche Gletscher auf dem Mars schützen könnte.

    Der StundenglaskraterWas uns beim Putzen beinahe in den Wannsinn treibt, könnte erklären, warum auf dem Mars noch Gletscher vorhanden sein könnten. Auswertungen der hochauflösenden Stereokamera HRSC von Marx Express ergaben ähnliche Formen und Spuren, wie sie von Gletschern oder Blockgletschern bei uns anzutreffen sind. Zudem scheinen die Strukturen anhand von Krateranalysen (je weniger Krater desto jünger) geologisch ziemlich jung zu sein, zwischen 5 und 24 Millionen Jahre. Doch die heutige sehr dünne Atmosphäre würde Eis direkt verdampfen (sublimieren) lassen, auch wenn die Temperatur für einen Gletscher noch in einem akzeptablen Rahmen wäre. Nun vermutet man, dass der Staub, welcher auch die beiden Rover in Mitleidenschaft zieht, die Gletscher Sublimation schützt. Treffen diese Vermutungen zu, so hätte der Mars einen dramatischen Klimawechsel hinter sich. Die Ursache dieser Klimawechsel könnte in den starken Schwankungen der Polachse liegen.
    Falls MARSIS, ein Radar von Mars Express, im Mai aktiviert wird, könnte dieses Instrument nähere Information über den Untergrund von Mars vermitteln, da dieser Radar unter anderem auch speziell für die unterirdische Suche nach Wasser gebaut wurde.
    esa.int: Discovery of a flank caldera and very young glacial activity at Hecates Tholus, Mars 17.3.05 (mit Link zur Publikation (.pdf) mit einigen Bildern)
    raumfahrer.net: Gletscher des Mars 20.3.05